Ryanair Handgepäck-Strafe: Was sich 2026 wirklich geändert hat
Kurz vorweg, weil es in vielen Schlagzeilen falsch steht: Die Ryanair Handgepäck-Strafe aus Spanien ist 2026 nicht gewachsen. Kein neues Bußgeld, keine Bestätigung, keine höhere Summe. Es sind dieselben 179 Millionen Euro aus dem November 2024, und sie sind bis heute nicht ausgestanden.
Bewegt hat sich trotzdem viel. Nur woanders.
Hamm kippt die „Fly Light“-Klausel von Vueling
Das Oberlandesgericht Hamm hat sein Urteil gegen Vueling bestätigt, verkündet am 23. Juli 2026. Es geht um den Billigtarif „Fly Light“: ein einziges kostenloses Handgepäckstück, maximal 40x30x20 cm. Wer zwei kleinere Teile dabeihat, die zusammen unter dieses Maß passen, zahlt trotzdem drauf.
Das fand der 13. Zivilsenat widersprüchlich. Was du am Flughafen kaufst, darf kostenlos mit an Bord, solange es unter den Sitz passt. Dasselbe Teil, vorher zu Hause eingepackt, kostet. Einen nachvollziehbaren Grund dafür sah das Gericht nicht, und auch das Sicherheitsargument der Airline überzeugte es nicht.
Rechtskräftig ist das noch nicht. Vueling hat Rechtsmittel eingelegt. Die nächste Handgepäck-Strafe für eine Billigairline ist also noch nicht endgültig entschieden.
Und es ist erst der Anfang. Der vzbv hatte im August 2025 drei Airlines verklagt: neben Vueling auch easyJet und WizzAir. Diese beiden Verfahren laufen weiter.
Die neue EU-Regel bringt Transparenz, keinen Gratis-Koffer
Im Juni 2026 haben sich Parlament und Rat auf die reformierten EU-Fluggastrechte 2026 geeinigt. Ein kleines Handgepäckstück plus ein persönlicher Gegenstand sollen künftig im angezeigten Grundpreis enthalten sein.
Das ist eine Preisauszeichnungsregel, kein Gratisgepäck. Der Koffer wird nicht billiger, er taucht nur nicht mehr erst im vierten Buchungsschritt auf. Mit der Ryanair Handgepäck-Strafe hat das nichts zu tun, hier geht es nur um die Anzeige des Preises, nicht um deren Höhe.
Ryanair hat prompt protestiert: Der Ticketpreis sehe dadurch teurer aus, als er ist. Dass er das vor allem deshalb tut, weil er bisher so aussehen durfte, sagt die Airline natürlich nicht dazu.
Ab wann? Frühestens Sommer 2027. Die Umsetzungsfrist liegt bei rund zwölf Monaten. Was die Reform im Detail regelt und wo sie noch Lücken lässt, steht in unserer Analyse der Fluggastrechte-Reform 2026.
Rückblick: Die Ryanair Handgepäck-Strafe liegt weiter auf Eis
Im November 2024 verhängte Spaniens Verbraucherschutzministerium 179 Millionen Euro gegen fünf Billigflieger:
Ryanair: 107,7 Millionen Euro
Vueling: gut 39 Millionen Euro
easyJet: 29 Millionen Euro
Norwegian: 1,6 Millionen Euro
Volotea: rund 1,2 Millionen Euro
Seitdem passiert vor allem eines: nichts Endgültiges. Ein spanisches Gericht setzte die Vollstreckung gegen Ryanair und Norwegian im Juni 2025 aus, gegen Bankbürgschaften von rund 112 Millionen Euro. Im Oktober 2025 stellte sich dann ausgerechnet die EU-Kommission gegen Spaniens Bußgeld und eröffnete ein Vertragsverletzungsverfahren. Die Strafe verstoße gegen die Freiheit der Airlines, Zusatzleistungen selbst zu bepreisen.
Madrid gegen die Airlines, Brüssel gegen Madrid, deutsche Gerichte auf einem eigenen Gleis. Gewachsen ist nicht die Summe, sondern die Zahl der Fronten.
Für dich ändert sich: nichts
Für deine nächste Buchung ändert sich gar nichts. Ryanair-Gebühren gelten weiter, genauso wie bei easyJet, Vueling oder Wizz Air. Am Gate kostet ein zu großes Teil weiterhin rund 70 bis 80 Euro, online vorgebucht deutlich weniger.
Automatisch erstattet dir niemand etwas. Weder das Bußgeld noch das Urteil löst eine Rückzahlung aus.
Bleibt das, was ohnehin immer hilft: vorher nachmessen. Ein Cabin Max Manhattan 20L Rucksack für Ryanair Handgepäck 40x20x25cm bleibt mit 40x20x25 cm unter der strengsten gängigen Vorgabe, und am Gate diskutierst du nicht mit einem Menschen, sondern mit einem Metallrahmen. Welche Airline welches Maß verlangt, steht in unserer Übersicht der Handgepäck-Maße 2026, die Feinheiten bei Ryanair in unseren Ryanair Handgepäck-Tricks.
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Das Gewicht wird gern vergessen
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Ob sich an der Ryanair Handgepäck-Strafe vor 2027 noch viel bewegt? Ich glaub's ehrlich gesagt nicht. Gerichte brauchen Zeit, Airlines auch. Bis dahin entscheidet weiter das Maßband, nicht das Urteil.
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Häufig gestellte Fragen
Ist die Ryanair Handgepäck-Strafe 2026 gestiegen?
Nein. Es ist unverändert das Bußgeld vom November 2024 gegen fünf Airlines. Die Summe wurde weder erhöht noch endgültig bestätigt. Die Vollstreckung gegen Ryanair und Norwegian ist seit Juni 2025 vorläufig ausgesetzt, das Berufungsverfahren läuft.
Was hat das Oberlandesgericht Hamm im Juli 2026 entschieden?
Es hat die Vueling-Handgepäck-Klausel im Tarif „Fly Light“ für unzulässig erklärt. Nur ein kostenloses Gepäckstück bis 40x30x20 cm zuzulassen, obwohl mehrere kleinere Teile zusammen dasselbe Maß einhalten, sei nicht nachvollziehbar. Vueling hat Rechtsmittel eingelegt, rechtskräftig ist das Urteil noch nicht.
Wird Handgepäck durch die neue EU-Regel kostenlos?
Nein. Die im Juni 2026 vereinbarte Reform schreibt vor, dass ein kleines Handgepäckstück und ein persönlicher Gegenstand im angezeigten Grundpreis stecken. Das ist Preistransparenz, kein Gratisgepäck. Gelten soll die Regel frühestens ab Sommer 2027.
Bekomme ich gezahlte Handgepäckgebühren jetzt zurück?
Nicht automatisch. Weder das spanische Bußgeld noch das Urteil aus Hamm löst eine Erstattung aus. Wer sich zu Unrecht belastet sieht, muss den Anspruch selbst gegenüber der Airline geltend machen, notfalls über den Rechtsweg.
Welche Airlines betrifft die spanische Strafe?
Fünf Fluggesellschaften: Ryanair mit 107,7 Millionen Euro, Vueling mit gut 39 Millionen, easyJet mit 29 Millionen, Norwegian mit 1,6 Millionen und Volotea mit rund 1,2 Millionen Euro. Zusammen ergibt das die viel zitierten 179 Millionen Euro.
Quellen
- Oberlandesgericht Hamm hat sein Urteil gegen Vueling bestätigt justiz.nrw
- vzbv hatte im August 2025 drei Airlines verklagt vzbv.de
- im angezeigten Grundpreis enthalten sein verbraucherzentrale.de
- 179 Millionen Euro gegen fünf Billigflieger euronews.com
- setzte die Vollstreckung gegen Ryanair und Norwegian im Juni 2025 aus infobae.com
- EU-Kommission gegen Spaniens Bußgeld aerotime.aero