Mein erster Flug seit 5 Jahren: Was sich beim Fliegen wirklich verändert hat
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Mein erster Flug seit 5 Jahren: Was sich beim Fliegen wirklich verändert hat

Kofferly
Redaktionsteam Unser Content-Team
8 Min. Lesezeit

Ich stand am Frühstückstisch, Handy in der Hand, und wollte einfach nur einen billigen Lufthansa-Flug nach Lissabon buchen. Fünf Jahre nicht geflogen, mein erster Flug nach Corona quasi. 2021 war das letzte Mal, ein leerer Flughafen, Maskenpflicht, halb ausgestorbene Terminals. Ich dachte: Das kann ich im Schlaf. Kann ich nicht. Denn was hat sich beim Fliegen verändert, seit ich das letzte Mal am Gate stand? Ehrlich gesagt: mehr, als mir lieb war. Es hat mich kalt erwischt.

Also, kleine Warnung vorweg. Falls du auch länger nicht geflogen bist und jetzt nervös vor dem Buchungsformular sitzt: Ich hab's gerade hinter mir. Ich erzähl dir, was auf dich zukommt. Und das meiste davon ist halb so wild.

Fünf Veränderungen auf einen Blick, bevor wir ins Detail gehen:

  • Handgepäck ist bei Lufthansa Economy Basic seit Mai 2026 nicht mehr automatisch dabei

  • Check-in und Gepäckabgabe machst du heute fast überall selbst

  • CT-Scanner erlauben an einzelnen Kontrollspuren Flüssigkeiten und Laptop in der Tasche, aber längst nicht überall

  • Das EU-Grenzsystem EES ist seit April 2026 live, betrifft EU-Bürger auf Europa-Flügen aber kaum

  • Boarding läuft praktisch komplett übers Handy, Papier-Bordkarten sind die Ausnahme

Der erste Schock: Was sich beim Buchen verändert hat

Der Flug sah günstig aus. 89 Euro, Economy Basic, Lufthansa. Klick. Und dann stand da plötzlich: nur ein kleines persönliches Gepäckstück inklusive. Ein Laptop-Rucksack quasi. Mein normaler Trolley? Kostet extra.

Ich hab das dreimal gelesen, weil ich dachte, ich spinne. Lufthansa. Die mit dem kostenlosen Handgepäck seit gefühlt immer. Aber ja: Seit Mai 2026 ist laut Business Insider im günstigsten Tarif Economy Basic kein Trolley mehr drin. Der übliche Bordkoffer (55x40x23 cm) kostet jetzt mindestens 15 Euro Aufschlag. Genau wie bei Ryanair, easyJet und dem Rest. Alle Lufthansa Handgepäck-Maße und Regeln 2026 inklusive der passenden Koffer haben wir dir in einem eigenen Guide zusammengefasst.

Und dann der Gesamtpreis. Puh. Fliegen ist teuer geworden, und ich bild mir das nicht ein, die Zahlen sagen's auch. Laut einer Auswertung von Meine Fluggastrechte sind die Flugpreise ab deutschen Flughäfen zwischen 2019 und 2024 um rund 56 Prozent gestiegen. Nicht erst seit gestern also, sondern schon vor Corona hat das angefangen. Die deutsche Luftverkehrssteuer, Flughafengebühren, das alles landet am Ende auf deiner Rechnung. Warum Fliegen in Deutschland so teuer geworden ist, erklären wir ausführlicher in einem eigenen Artikel zu den Flughafengebühren 2026.

Mein Tipp, den ich mir selbst zu spät gegeben hab: Wenn du deinen Trolley brauchst, buch gleich Economy Light statt Basic. Da ist ein 8-kg-Trolley dabei. Rechnet sich fast immer, wenn du nicht nur mit Zahnbürste reist.

Kein Schalter mehr: Check-in machst du selbst

Am Flughafen dann die nächste Umstellung, eine der größten Flughafen-Änderungen 2026 gegenüber meiner letzten Reise. Ich hab reflexartig nach der Schlange am Lufthansa-Schalter gesucht. Gab's nicht. Oder besser: Gab's schon, aber leer.

Check-in läuft heute online. Über die App, am Vorabend, in zwei Minuten von der Couch aus. Bordkarte aufs Handy, fertig. Und wenn du Gepäck aufgibst, machst du das am Self-Bag-Drop selbst: Koffer wiegen, Etikett drucken, dran kleben, aufs Band stellen. Kein Mensch dahinter.

Beim ersten Mal hab ich das Etikett verkehrt herum draufgeklebt und musste nochmal von vorne. Kein Beinbruch, ein netter Mitarbeiter hat mir geholfen. Aber plan lieber ein paar Minuten mehr ein, wenn du das noch nie gemacht hast.

Kleiner Trost am Rande: Die Flughäfen sind gar nicht so voll, wie du vielleicht aus alten Zeiten in Erinnerung hast. Der Flughafen Frankfurt meldete für Mai 2026 rund 5,7 Millionen Passagiere. Klingt nach viel, liegt aber immer noch gut ein Fünftel unter dem Rekordjahr 2019. Es wird also wieder voller, aber das große Gedränge von damals ist noch nicht ganz zurück.

Sicherheitskontrolle 2026: Was sich mit dem CT-Scanner am Flughafen verändert hat

Jetzt kommt die Sache, die mich am meisten verwirrt hat. Die Sicherheitskontrolle.

Du hast bestimmt gelesen, dass es jetzt neue CT-Scanner gibt. Damit darfst du an manchen Flughäfen Flüssigkeiten bis zu zwei Liter und deinen Laptop einfach in der Tasche lassen. Klingt fantastisch. Ist es auch. Manchmal.

Denn hier ist der Haken: Wie airliners.de berichtet, sind bislang nur einzelne Kontrollspuren in Frankfurt, München und Berlin mit diesen CT-Scannern ausgestattet, und der Durchsatz an diesen Spuren liegt spürbar über dem der klassischen Röntgenkontrolle. Nicht mal überall im selben Flughafen allerdings. In Frankfurt kann Terminal 1 die neue Technik haben, Terminal 2 nicht. Andernorts gilt die gute alte 100-ml-Regel einfach weiter.

Was heißt das für dich? Pack so, als würde die alte Regel noch gelten. Flüssigkeiten in 100-ml-Behältern, alles in den durchsichtigen Beutel. Wenn du dann an eine moderne CT-Spur kommst, ist das ein netter Bonus, den du gar nicht brauchst. Wenn nicht, hast du kein Problem. Andersrum ärgerst du dich, weil dein Shampoo im Müll landet.

Die neuen Scanner sind übrigens nicht nur Angeberei, mehrere Leute gleichzeitig statt einer nach dem anderen im Schneckentempo, das macht am Gate wirklich einen Unterschied. Sobald das flächendeckend läuft, wird die Kontrolle also schneller. Nur eben noch nicht überall. Falls du die technischen Details willst, welche Flughäfen schon umgerüstet sind: Das haben wir dir in unserem CT-Scanner Ratgeber im Detail aufgeschrieben.

Die große Angst: Fingerabdruck an der Grenze?

Okay, jetzt zu dem Thema, das online für die meiste Panik sorgt. EES. Das neue Einreise-/Ausreisesystem der EU, falls du noch nicht weißt, was das EES-System eigentlich ist, erklären wir dir das dort im Detail. Fingerabdruck, Gesichtsscan, Biometrie an der Grenze statt dem alten Stempel im Pass.

Und ich sag's dir gleich, weil es die wichtigste Info in diesem ganzen Text ist: Wenn du deutscher Staatsbürger bist und innerhalb Europas fliegst, betrifft dich das größtenteils gar nicht.

Wirklich. Der Flughafen Berlin Brandenburg stellt es klar: EU-Bürger sind von der biometrischen Erfassung ausgenommen. EES betrifft nur Kurzzeitaufenthalte von Nicht-EU-Bürgern, die in den Schengenraum einreisen. Du gehst durch die normale Ausweiskontrolle wie eh und je. Kein Fingerabdruck. Kein Scan.

Das System selbst ist trotzdem echt. Laut EU-Kommission läuft EES seit dem 10. April 2026 an allen Schengen-Außengrenzen im Vollbetrieb, und seit dem Start im Oktober 2025 wurden schon über 52 Millionen Ein- und Ausreisen erfasst. Aber eben von Reisenden aus Drittstaaten, nicht von dir auf dem Weg nach Lissabon.

Wann könnte es dich doch treffen? Wenn deine Reise über einen Flughafen außerhalb Schengens führt oder du zum Beispiel nach Großbritannien fliegst. Und selbst dann geht es meist glimpflich ab. Reiseberichte wie der von VISAGUARD Berlin zeigen zwar, dass es an einzelnen Flughäfen anfangs zu Verzögerungen durch technische Störungen bei den neuen Terminals kam. Aber für die meisten Europa-Flüge bist du davon einfach nicht betroffen. Wie sich das tatsächlich anfühlt, wenn du doch mal durch die EES-Kontrolle musst, liest du in unserem Erfahrungsbericht zum ersten EES-Grenzübertritt. Diese eine Angst kannst du also streichen.

Boarding: Alles läuft übers Handy

Am Gate dann die letzte Neuerung, und die ist harmlos. Papier-Bordkarte? Kaum noch jemand hat eine. Du hältst dein Handy an den Scanner, es piept, du gehst durch. An manchen großen Flughäfen gibt es sogar Gates mit Gesichtserkennung.

Mein einziger echter Tipp hier: Speicher deine Bordkarte als Screenshot ab oder lad sie im Wallet. Das Flughafen-WLAN ist genau in dem Moment lahm, in dem du die App am dringendsten brauchst. Kenn ich. War auch schon dumm genug, mich darauf zu verlassen.

Was hat sich beim Fliegen also wirklich verändert? Mein Fazit

Ehrlich? Nach der ganzen Aufregung war der Flug selbst völlig normal. Sitz, Snack, Wolken, Landung. Fünf Jahre Pause, und trotzdem sitzt du am Ende einfach im Flieger wie immer.

Das meiste, was sich beim Fliegen verändert hat, ist Organisation vor dem Abflug. Du machst mehr selbst, du zahlst genauer hin, und du solltest ein paar Minuten mehr einplanen. Der Rest ist wie früher.

Falls du bald deinen ersten Flug seit Jahren hast: Buch den richtigen Tarif, pack dein Handgepäck nach der 100-ml-Regel, hab die Bordkarte offline parat, und mach dir wegen EES keinen Kopf. Und wenn du wissen willst, was in deinen Bordkoffer darf, ohne dass du am Gate draufzahlst, schau in unseren Lufthansa Handgepäck-Guide. Dafür ist er da.

Häufig gestellte Fragen

Am stärksten spürst du es vor dem Abflug: Check-in und Gepäckabgabe machst du heute selbst, digitale Bordkarten sind Standard, und Handgepäck ist bei günstigen Tarifen oft nicht mehr kostenlos. Neu sind außerdem CT-Scanner an einzelnen Kontrollspuren und das EU-Grenzsystem EES.

Kommt drauf an, an welche Spur du gerätst, reine Glückssache eigentlich. Nur einzelne CT-Spuren in Frankfurt, München und Berlin lassen Flüssigkeiten in der Tasche. Überall sonst gilt die alte 100-ml-Regel weiter. Pack lieber danach, dann ärgerst du dich nicht am Gate.

Bei Flügen innerhalb Europas so gut wie nie, ich hab's selbst erst geglaubt, als ich's schwarz auf weiß gelesen hab. EU-Bürger sind von der biometrischen Erfassung ausgenommen, das System gilt für Kurzaufenthalte von Nicht-EU-Bürgern. Relevant wird es höchstens außerhalb des Schengenraums, etwa nach Großbritannien.

Im günstigsten Tarif Economy Basic ist seit Mai 2026 nur noch ein kleines persönliches Gepäckstück inklusive, das hat mich auch kalt erwischt. Für den klassischen Trolley zahlst du extra oder buchst gleich Economy Light, wo ein 8-kg-Trolley dabei ist.

Etwas früher als aus alter Erinnerung. Self-Check-in und Self-Bag-Drop gehen beim ersten Mal langsamer, und falls eine Spur mal streikt, willst du keinen Stress. Für Europa-Flüge reichen die üblichen zwei Stunden meist locker.
*Zuletzt aktualisiert: Juli 2026*

Quellen

  1. 1 Business Insider
  2. 2 Meine Fluggastrechte
  3. 3 Flughafen Frankfurt
  4. 4 airliners.de
  5. 5 Flughafen Berlin Brandenburg
  6. 6 EU-Kommission
  7. 7 VISAGUARD Berlin