700 Euro für einen Hin- und Rückflug nach Singapur. Das war im Herbst 2025 noch normal. Heute? Über 2.000 Euro. Und das ist kein Ausreißer.
Seit der Iran-Konflikt Ende Februar die Straße von Hormus blockiert, hat sich der Kerosinpreis von rund 85 Dollar pro Barrel auf bis zu 200 Dollar mehr als verdoppelt. In Nordwesteuropa wurden laut airliners.de zeitweise sogar 239 Dollar pro Barrel gemessen. Auf Tonnenbasis ein Plus von über 140 Prozent.
Die Flugpreise steigen. Und zwar spürbar.
Warum gerade Langstrecken so viel teurer werden
Kerosin macht bei Kurzstreckenflügen etwa 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten aus. Bei Ultra-Langstrecken steigt dieser Anteil auf bis zu 64 Prozent der variablen Kosten. Wenn sich der Treibstoffpreis verdoppelt, explodieren die Langstreckenpreise.
Dazu kommt: Der direkte Weg über den Persischen Golf ist für viele Airlines blockiert. Umwege über Zentralasien oder Afrika bedeuten bis zu 30 Prozent mehr Flugstrecke. Laut infranken.de stiegen allein die Kerosinkosten für einen einzigen Flug Frankfurt nach Singapur von rund 35.000 auf bis zu 105.000 Euro.
Konkret für Reisende ab Deutschland:
| Strecke | Herbst 2025 | April 2026 |
|---|---|---|
| Frankfurt/München nach Singapur | 400 bis 800 € | über 2.000 € |
| Frankfurt/München nach Delhi | 600 bis 800 € | bis zu 2.000 € |
| Malediven Economy | ca. 900 € | bis zu 4.200 € |
Kurzstrecken nach Mallorca oder Griechenland? Deutlich weniger betroffen. Wer innereuropäisch fliegt, muss mit Aufschlägen von 10 bis 25 Prozent rechnen. Kein Vergleich zu den Langstrecken. Wer wissen will, welche Airline bei Gepäck am günstigsten abschneidet, findet im Airline-Handgepäck-Vergleich (Demnächst) eine aktuelle Übersicht. Gerade wenn Flugpreise Sommer 2026 deutlich höher ausfallen, lohnt sich jeder gesparte Euro beim Gepäck.
Was die Airlines machen
Air France-KLM hat Langstrecken-Economy-Tarife um 50 Euro pro Rundreise erhöht. Klingt erstmal moderat. Ist aber wohl nur der Anfang.
SAS streicht im April mindestens 1.000 Flüge. Air New Zealand hat rund 1.100 Flüge annulliert, 44.000 Passagiere betroffen. Lufthansa erwägt, 20 bis 40 Flugzeuge temporär stillzulegen.
BDL-Präsident Jens Bischof bringt es auf den Punkt: "Das ist die größte Störung der Branche seit Corona."
Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Die großen europäischen Airlines haben vorgesorgt. Lufthansa ist zu 82 Prozent für Q2 2026 abgesichert (Hedging), Ryanair sogar zu 80 Prozent bis März 2027. Kurzstrecken-Billigflieger können die Preise deshalb vorerst stabiler halten als Langstrecken-Carrier ohne Absicherung. Was die Ryanair Handgepäck-Regeln (Demnächst) betrifft: Die bleiben vorerst unverändert, aber der Treibstoffzuschlag wirkt sich auf jeden Flugpreis aus.
Wie lange bleibt es teuer?
IATA-Generaldirektor Willie Walsh hat dazu eine klare Einschätzung. Laut airliners.de: "Selbst wenn der Iran die Straße von Hormus dauerhaft wieder öffnet, dürfte die globale Kerosinversorgung noch Monate brauchen, um sich zu normalisieren."
Also auch bei einem Waffenstillstand: Die Flugpreise sinken nicht von heute auf morgen. Raffinerien müssen hochfahren, Lagertanks befüllt werden. Solange das dauert, werden Flugpreise steigen oder zumindest hoch bleiben. Wer glaubt, nach einem Deal wird alles sofort billiger, liegt wahrscheinlich falsch.
Kleiner Lichtblick: Ab 1. Juli 2026 soll die deutsche Luftverkehrsteuer gesenkt werden. Das federt die Mehrkosten ein bisschen ab. Aber eben nur ein bisschen.
Was du jetzt tun solltest
Ryanair-CEO Michael O'Leary warnt direkt: "Tickets sollten jetzt gekauft werden, bevor es uns im Juni oder Juli wirklich trifft."
Mein Rat: Wenn du deinen Sommerurlaub schon geplant hast, buche jetzt. Vor allem bei Langstrecken. Bei Kurzstrecken hast du etwas mehr Spielraum, aber auch hier gilt: Warten wird eher teurer als billiger.
Und wenn die Flugpreise steigen, wird jeder gesparte Euro beim Gepäck umso wertvoller. Wer nur mit Handgepäck reist (Demnächst), spart bei vielen Airlines 30 bis 60 Euro pro Strecke. Bei den aktuellen Ticketpreisen ist das ein echtes Argument.