800.000 Sitze weniger. 24 Strecken gestrichen. Drei Flughäfen komplett verlassen. Ryanair hat Deutschland im Winter 2025/2026 so hart zusammengestrichen wie kaum ein anderes Land in Europa. Und wenn du aus Dresden, Leipzig oder Dortmund fliegst, hast du ab 2026 ein echtes Problem.
Ich hab mir die Zahlen angeschaut, und ehrlich gesagt war ich überrascht, wie drastisch der Rückzug ausfällt.
Was genau ist passiert?
Laut Simple Flying hat Ryanair für den Winter 2025/2026 insgesamt 24 Strecken ab Deutschland gestrichen und fast 800.000 Sitzplätze aus dem Markt genommen. Betroffen sind neun Flughäfen quer durch die Republik.
Das Ergebnis? Deutschland liegt bei gerade mal 89% der Flugkapazität von 2019. Der europäische Durchschnitt? 114%. Das ist ein Rekordabstand von 25 Prozentpunkten. Billigflieger bieten in Deutschland nur noch 71% ihrer Kapazität von 2019 an, während es in Europa 112% sind.
Welche Flughäfen trifft es?
Hier die Übersicht der betroffenen Standorte:
| Flughafen | Auswirkung |
|---|---|
| Leipzig | Komplett aufgegeben |
| Dresden | Komplett aufgegeben |
| Dortmund | Komplett aufgegeben |
| Hamburg | 28% Kapazität im Winter gestrichen, weitere 20% im Sommer 2026 |
| Berlin | Streckenkürzungen |
| Köln/Bonn | Streckenkürzungen |
| Memmingen | Streckenkürzungen |
| Frankfurt-Hahn | Streckenkürzungen |
Dr. Michael Engel vom Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften nannte es treffend: "Das war ein Rückzug mit Ansage."
Und besonders Hamburg trifft es hart. Der Flughafen verliert laut Berichten auch im Sommer 2026 nochmal 20% der Ryanair-Kapazität.
Warum macht Ryanair das?
Zwei Wörter: Luftverkehrssteuer und Flughafengebühren.
Im Mai 2024 wurde die Luftverkehrssteuer in Deutschland um 24% erhöht. Jens Bischof vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) formulierte es so: "Die staatlichen Abgaben für den Luftverkehr haben sich in Deutschland seit 2020 nahezu verdoppelt."
Ryanair-CEO Michael O'Leary fordert die komplette Abschaffung der Steuer. Eddie Wilson, ebenfalls CEO bei Ryanair, sagt laut Ryanair-Pressemitteilung: Selbst mit der Wiederaufnahme von 300.000 Sitzen für den Sommer 2026 wird die Gesamtkapazität in Deutschland unter dem Niveau von 2025 bleiben.
Und Ryanair ist nicht die einzige Airline, die sich zurückzieht. Eurowings streicht vier Strecken ab Nürnberg, British Airways hat Köln/Bonn und Stuttgart aufgegeben, und Lufthansa kürzt rund 100 Inlandsflüge pro Woche.
Es gibt einen kleinen Lichtblick
Ab Juli 2026 sinkt die Luftverkehrssteuer von €15 auf €12 pro Ticket. Das hat der Koalitionsvertrag festgelegt. Ryanair reagiert darauf mit einer teilweisen Kehrtwende für den Sommer 2026: 300.000 zusätzliche Sitze und 11 neue Strecken an günstigeren Flughäfen wie Köln, Weeze, Memmingen und Bremen.
Für Leipzig, Dresden und Dortmund gibt's aber keine Rückkehr. Zumindest nicht in absehbarer Zeit.
Was heißt das für dich als Reisender?
Wenn du regelmäßig mit Ryanair ab einem der betroffenen Flughäfen geflogen bist, musst du dich umschauen. Alternativen wie Eurowings, easyJet oder Wizz Air füllen teilweise die Lücken. Aber weniger Wettbewerb heißt oft auch höhere Preise.
Wer trotzdem mit Ryanair fliegt (von den verbliebenen Standorten), sollte die Handgepäck-Regeln kennen, denn da hat sich ebenfalls einiges getan. Und wer auf die kleine Tasche im 40x30x20-Format setzt, findet in unserem Ryanair Taschenguide die passenden Empfehlungen.
Die generelle Faustregel bleibt: Check die aktuellen Handgepäck-Maße 2026 deiner Airline, bevor du buchst. Die Spielregeln ändern sich gerade schneller als einem lieb ist.